Neuseeland

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Vom Aoraki bis ans Meer

 

Ich stehe an den Ufern des Pukaki Sees, mein Campervan liegt direkt hinter mir. Ich lasse meinen Blick lässig über die spiegelglatte, hellblaue Oberfläche des Sees streifen. Mein Blick findet an den steilen Hängen eines Berges seinen halt. Wie ein unbezwingbarer Riese steht er da; thront über allen anderen Bergen.
Ein eisiger Windhauch schlägt mir gegen mein Gesicht, mahnt mich seine Macht nicht zu unterschätzen. Der Mount Cook, oder wie ihn die Maori nennen: Aoraki.

Seit heute weiß ich: Es liegt noch mehr vor den Füßen dieses Berges, als schroffe, schneebedeckte Felswände. Es liegt dort eine unvergleichliche Landschaft, die eine lange Geschichte zu erzählen hat.
Ich kann mir nur denken was die mit trockenen Gräsern und kleinen Büschen überwucherten Ebenen oder was die grünen Teiche, umringt von Dornenpflanzen, zu erzählen haben. Es ist sicherlich eine raue Geschichte. Eine mit schweren Stürmen, vielen Dürren und gewaltiger Bewegung.

 

Alleine wenn ich auf das Blicke was vom Tasmangletscher geschaffen wurde, muss ich in Ehrfurcht mein Haupte senken. Steine, so groß wie Autos, liegen ineinander verkeilt auf der Spitze von hundert Meter hohen Steinwällen.

Fern ab von all dieser Urgewalt, hat die Natur einen sanfteren Ton eingeschlagen. Ganz ruhig lag der See Tekapo vor mir. Die Sonne ging in einem hellroten, fast schon rosa, langsam auf. Die Berge spiegelten sich in den hellblauen See wieder. Am Ufer lagen Steinskulpturen und dahinter eine kleine aus Steinen erbaute Kapelle. Es war ganz ruhig, nur das Zwitschern der Vögel war zu hören.

 

Nur eine einzige Sache, ließ mich erstarren; ließ mich wissen, das hier ganz eigene Regeln gelten: Es war die eisige Kälte.
Je weiter man jedoch von den Bergen Richtung Meer fährt umso weniger Macht geht von den gebieterischen Bergen aus. Der Fluss Waitaki ist zu Beginn seiner Reise eiskalt. Er fließt entlang von malerisch anmutenden Bergen und einigen Wasserkraftwerken.

 

Ist man einmal in der Stadt Koruw ist es nicht mehr weit bis zum Meer. Zu einer kurzen Pause lädt vor allem der Nebenfluss Hakataramea ein. Auf einer gut erhaltenen Schotterstraße kommt man zu einem kleinen Parkplatz. Ganz ruhig und friedvoll fließ der kleine Fluss stetig an einem vorüber. Es ist fast nichts los, also genau richtig um wieder zur neuen Kraft zu finden.
Der Morgen an dieser Stelle war ein sehr atemberaubender. Der durch die aufgehende Sonne rot leuchtende Himmel begann regelrecht zu brennen. Es war als würde der ganze Himmel in einem intensiven orange-rosa zu brennen.

Auf meinem Weg zum Meer war mir auch die Sonne selbst und ihre Strahlen auf die Berge eine Freude. Die Sonne, sie erhellte diese in einem goldgelben Schleier.

An seiner breiten Mündung liegt der Fluss Waitaki bereits so weit weg von den Bergen, das man in ihm baden kann.

Viel mehr noch lädt der versteckte Strand südlich von Oamaru zum Baden ein. Von einer Erhöhung aus kann man hinunter auf den Strand blicken. An einer Stelle kann man hinunter an den Strand steigen.


Nachts schlagen die wütenden Wellen scheinbar bis fast an die Kante der fünfzehn Meter hohen Erhebung. Es ist ein mulmiges Gefühl so nah am Abgrund zu stehen, denn es gibt keine Absperrungen die einen halten würden.

Das dumpfe Grollen der Wellen in ihrer Monotonie macht müde und trägt die Gedanken davon …

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