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Austria Classic Tour - Etappe 1

 

Kurzinfo:

Etappe 1: Graz-Judenburg
Länge: 299,6km
Streckenverlauf: Graz, Leibnitz, Wolfsberg, Griffen, Judenburg

 

Als der Morgen graute machte ich mich auf. Meinen Rucksack am Rücken, den Trolly in der rechten Hand, das Zelt und die Isomatte in der linken. Noch etwas benommen von der kurzen Nacht verließ ich meine Wohnung. Ich schlenderte vollbepackt zu dem Auto meiner Mutter. Statt alles an seinen endgültigen Platz zu setzen, legte ich mein Gepäck einfach in den Kofferraum. Ich wollte Meter machen und mir später dann einen ruhigen Platz suchen, wo ich meine Ruhe für all das Sortieren hatte.
Mit guter Musik ging die Fahrt los.

Zuerst über die Autobahn nach Leibnitz. Im Stadtzentrum ließ ich das Auto kurz stehen, um ein paar Fotos zu schießen. Die Sonne war bereits aufgegangen. Ihr Schein erleuchtete die vielen Kirchen.

Mein ruhiges Plätzchen bekam ich am westlichen Ende von Leibnitz. In einem kleinen Park ließ ich mich nieder. Ich schlichtete meine Sachen im Kofferraum so, dass sich diese nicht mehr bewegen konnten. Anschließend erkundete ich den Park.

Als ich den Hügel am Stadtrand hinauffuhr wurde mir wieder bewusst welchen Spaß es doch macht mit einem Auto zufahren das PS unter der Haube hat. Mit meinem alten Van auf Neuseeland waren es ganz genau 45km/h bergauf, mit dem Mazda 70km/h und noch mehr. Der Hügel war sofort genommen und das Schild zum Schloss Seggau, sofort übersehen worden. Gut das es noch einen Parkplatz gab. Aber nichts gegen einen morgendlichen Spaziergang.
Ich fand es überaus faszinierend dieses majestätische Bauwerk zu erblicken.

Als ich dann wieder Weiterfuhr sprang mir bei Deutschlandsberg plötzlich eine imposante Burg entgegen. Weiter fahren und kein Foto machen ging nicht. Ich musste die Burg Deutschlandsberg einfach fotografieren. Also fuhr ich in die kleine Ortschaft zu ihren Füßen und stellte mich rechts ran.

Auf meinem Weg nach Wolfsberg ging es ziemlich anspruchsvoll dahin. Die Straße schien sich regelrecht auf den Berg zu winden. Anfangs war die Straße so steil, das man fast meinen könnte, den Vorwärts- mit dem Rückwärtsgang verwechselt zu habe. Mit dem Mazda war jetzt Schluss mit 80km/h und mehr. 60km/h in der Dritten, und der Motor machte eine Schreitherapie. Fast hätte ich mich dieser Therapie angeschlossen, als plötzlich ein Traktor mit seinen 25km/h vor mir auftauchte. Zum Glück ließ sich dieser recht bald überholen.
Ein ungetrübter Blick auf den spektakulären Gipfel eröffnete sich mir als ich auf Passhöhe angekommen war.
Am Weg hinunter in das Tal, hatte ich einen Niederländer vor mir. Der Kerl fuhr dauerhaft mit 20km/h und bremste an jeder noch so kleinen Stelle. Dadurch musste natürlich auch ich immer wieder bremsen. Genervt überholte ich den Kerl an einer geeigneten Stelle und dann passierte etwas vor dem ich mich schon immer gefürchtet hatte: Durch das ständige und völlig unnötige abbremsen des Niederländers waren mir meine Bremsen überhitzt. Das Resultat: Ich verspürte eine stark verringerte Bremswirkung. Anhalten und die Bremsen abkühlen lassen war in diesem Streckenabschnitt nicht mehr gefahrlos möglich und so hieß es mit äußerster Vorsicht das Fahrzeug vom steilen Berg hinunter zu fahren. Um die perfekt gemeisterte Herausforderung gebührend zu belohnen kaufte ich mir in Wolfsberg zwei Extrawurstsemmeln und aß diese noch an Ort und Stelle auf.

Mein nächstes Ziel war dann auch schon Griffen. Hier ließ ich mich nieder. Ich erkundete die Burg Hochosterwitz. Ein kräfteraubender Aufstieg, der aber durch den unvergleichlichen Ausblick vollends endschädigt wurde.

Über Diex führte die Strecke wieder retour Richtung Wolfsberg. Unterwegs wartete wieder eine überaus interessantes Schloss auf mich. Es thronte am Vorhang eines Hügels. Keine zwei Meter daneben ging es kerzengerade hinunter in die Tiefe.

Vor Wolfsberg zweigte die Bundesstraße hinauf auf zur Pack.

Von der Pack weg ging es jetzt schnurstracks nach Judenburg. Obwohl die Straße anfangs fast schon einlud die 100km/h Grenze zu überschreiten, verschwand schon bald der gute Asphalt und auch die Leitlinie. Noch immer mit 100km/h unterwegs? Wohl kaum. Anfangs noch 60km/h und halbe Sicht, wurden es dann einige Kilometer später: 30km/h und Schotterstraße.
Ich staunte nicht schlecht als plötzlich der Asphalt endete und ich mit dem Mazda ab nun auf Schotter und Erde hinauf auf den Berg fahren musste. Obwohl ich mit nicht mehr als 30km/h fuhr zog ich eine lange Staubwolke hinter mir her. Am Berg ließ ich dem Staub wieder Zeit sich zu setzen und machte eine Pause.

Nach der Pause ging es dann auf der anderen Seite die selbe Art von Strecke wieder hinunter. Und dann fing fast an derselben Stelle wie auf der anderen Seite auch schon wieder der Asphalt an. Zügig gelangte ich nach Judenburg, meinem Etappenziel.

Den ganzen Tag über war es sonnig und heiß gewesen, doch hier wiesen die immer bedrohlicher werdenden Wolken darauf hin, dass es bald Regen geben würde. Ein Rundgang ging sich aber noch aus. Der Regen kam zum Glück erst als ich wenige Meter von meinem Auto entfernt war.

Für heute schlug ich mein Zelt am nächstgelegenen Campingplatz auf.

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