Österreich

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Austria Classic Tour - Etappe 10

 

Kurzinfo:

Etappe 10: Enns - Baden bei Wien
Länge: 282km
Streckenverlauf: Enns, Arbeschbach, Zwettl, Tulln, Baden bei Wien

 

Eine Stunde bevor mein Wecker daran dachte zu läuten war ich schon munter. Ich verübte, wie immer das morgendliche Ritual und machte mich dann auf. Für den Schranken zum Camping gab es einen Code. Die Eingabemöglichkeit war jedoch nur auf der auswertigen Seite angebracht worden. Und nur eine Tür erlaubte, nach Codeeingabe, das ein- oder auswandern. Ich hab anfangs gerätselt, wie ich das jetzt am besten machen soll, bis ich mich dazu entschlossen habe durch die Tür zu gehen und von außen Tor zu öffnen. Wie sich herausstellte, blieb das Tor lange genug offen, um auch von weiter weg noch sicher hinaus zu kommen. Wie auch immer...

Der Tag heute war wolkenverhangen, es hat immer wieder und zum Teil heftig geregnet. Mein erstes Ziel war die Gedenkstätte Mauthausen. Wo ich mich demütig an die Gräultaten von damals zurückerinnern wollte. Kaum das ich beim Parkplatz angekommen bin, der erste Schock. Statt einer offenen Parkfläche, versperrte mir eine Schranke die Weiterfahrt. Ob ein oder 2 € Parkgebühr zu berappen waren, kann ich nicht sagen. Ich hab energisch den Kopf geschüttelt. Einerseits war das viel zu viel Geld und andererseits hatte ich keinen einzigen Cent bei mir. Ich bin also den Hügel ein Stück hinunter gefahren und habe mich für umsonst neben das Gasthaus gestellt. Ich bin dann zu Fuß weiter marschiert. Erst im Nachhinein hab ich erfahren, dass die ersten vier Stunden gratis sind.

Neben dem eigentlichen Gebilde, gibt es auch eine Ausstellung. In dieser großen Halle, gibt es die Möglichkeit den Geschichten der Überlebenden zu lauschen. Dazu sind in dieser Halle Steine in einem Kreis angeordnet worden. Hinter jedem dieser Steine steht ein kurzer Steckbrief über den jeweiligen Menschen und auf der anderen Seite gibt es dann Kopfhörer und einen Monitor, mit einem Startknopf, für Deutsch und für Englisch.
Im Anschluss daran bin ich hinausgegangen und wollte mir das innere des ehemaligen Lagers ansehen. Doch statt einen freien Eintritt vorzufinden, musste ich mitansehen, wie diese Gedenkstätte Kommerzialisiert wurde. Der Eintritt von 2€ hat mich zum Schäumen gebracht. Hier war das Maß voll und ich bin weitergefahren.

Vor Zwettl begegnete mir eine überaus imposante Ruine bei Arbesbach. Zu ihren Füßen lag ein offener Parkplatz und eine asphaltierte Straße führte den Hügel hinauf. Wenig später gelangte ich über einen unbefestigten Weg zu einer intakten Wehranlage. Hinter jener ragte die Ruine, wie ein abgerissener Stoßzahn in den Himmel. Eine Holztreppe führte ganz dicht am Felsen hinauf in schwindelnde Höhen. An die eigentliche Ruine, war die moderne Alexander-Warte angebaut worden. Der Ausblick von hier oben war ein atemberaubender.

Als ich mir Zwettl dann im Schluss angesehen hatte, blieb mir folgender Satz in Gedanken hängen: "Die hatten wohl zu viel Geld übrig".
Eine Eisenbahnbrücke spannt sich über das Tal. Der Bahnhof ist jedoch, laut Zettel, seit 2010 nicht mehr in betrieb. Eine Treppe führt von der einen Seite hinauf auf den Hügel. Eine Eislaufbahn liegt einsam neben einem kleinen Skaterpark. Und (alles) laut Zettel an der Treppe von der EU gesponsert.

Nachdem ich den Rundgang beendet hatte, hieß es: Tulln. Die Stadt an der Donau hat einiges zu bieten. Da wäre zum einen die lebendige Innenstadt. Auf dem Hauptplatz, sticht neben den vielen Einkaufsmöglichkeiten auch ein interessantes Gebäude ins Auge. Abseits der Innenstadt, entlang der Donau, gibt es einige Denkmäler und Skulpturen. Hier findet sich auch das Nibelungen-Brunnendenkmal. Die künftige Königin, trifft in Tull auf den König Etzel. Zu ihren Ehren, werden ritterliche Festspiele abgehalten und Etzel zeigt seine Heeresmacht. Zu ihren Füßen fließt, symbolisch betrachtet, die Donau entlang.

Statt wie geplant, direkt nach Baden bei Wien zufahren, im Paradise-Garden Camping hab ich mein Zelt aufgebaut. In einer ruhigen Lage, war der Preis von 9€ ein echter Hochgenuss.

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