Österreich

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Austria Classic Tour - Etappe 11

 

Kurzinfo:

Etappe 11: Baden bei Wien - Rust
Länge: 365km
Streckenverlauf: Baden bei Wien, Pottenstein, Mariazell, Mürzsteg, Raxen, Rettenegg, Feistritzsattel, Friedberg, Eisenstadt, Rust

 

Kaum, das ich mein Zelt abgebaut hatte, wurde der Regen stärker. Ich sputete mich in das Auto zu kommen. Vom Campingplatz aus ging es auf direktem Weg nach Pottenstein, zum Einstieg in die reguläre Tour.

Bereits zu Beginn führte die Straße dicht am Felsen entlang, es ging immer weiter hinauf. Neben der Straße tauchten, in den teils dichten Nebel gehüllt, einzelne Gestallten auf. Die Pilgernden, oder „stehende Hindernisse“ wie ich sie nannte, stellten mich bei den ohnehin schon schwierigen Fahrverhältnissen auf eine harte Probe. In einer Kurve wäre es dann fast so weitgewesen: Ich hätte eines der stehenden Hindernisse mitgenommen. Gerade noch rechtzeitig konnte ich die Bremse betätigen. Wie als hätte sie von alle dem nichts mitbekommen, marschierte sie weiter in aller Ruhe auf der Bundesstraße ihres Weges. Einmal mehr konnte ich nicht anders als einfach nur den Kopf zu schütteln.
Gleich wie jenes der Pilgernden, war auch mein Ziel der Besuch des wichtigstens Wahlfahrtortes in Österreich. Der große Unterschied, war jedoch, dass ich mir diesen Ort nicht ansehen wollte, um mich (dadurch) mit einem imaginären Freund zu connecten.

Marialzell, der wichtigste Außenposten des Vatikans in Österreich, ist ein kleines Örtchen. Alles wirkt beschaulich und wenig ausgerwöhnlich, bis man auf den Hauptplatz kommt. Der Hauptplatzwurde für die Augen der Anreisenden mit viel Geld herausgeputzt. Alle Geschäfte tragen so klingede Namen, wie: „Zum Heiligen Kreuz“ oder „Gesegnete Leckereien“.
Der Dom, das Hauptquartier und der Grund warum vieler hier herkommen, steht in einer abgeschiedenen Stelle am Hauptplatz. Das rege Treiben, das hier herrscht haben sich einige zu Nutze gemacht und verkaufen an einen der Stände religiöse Utensilien. Ein überaus lukratives Geschäft, wie sich bei näherer Betrachtung herausgestellt hat. Mit Kommerzialisierung und der Ausbeute von Religion, will man hier jedoch nichts zu tun haben, es geht nur darum die Menschen in ihrem Glauben zu bestärken.
Abseits des Hautplatzes, wenige hundert Meter weiter im Hintergrund, ist von all dem religiösen Treiben, nichts mehr wahrnehmbar. Hier haben die Häuser noch jene Farbe, wie im übrigen Bundesland.

An der Bundesstraße gibt es eine Tankstelle. Ich hab das Auto wieder vollgetankt und bin weitergefahren. Durch das zum Teil sehr schmale Tal gelangte ich über Mürzsteg nach Neumarkt an der Mürz. Die Mürz floss als kleiner Gebirgsbach entlang der urigen Landschaft. Für einige Zeit folgte ich dem Fluss, bevor ich ihren Lauf verließ. Ich überwand die Rax. Statt auf der kurvenreichen Straße auf den Semmering zu fahren, entschied ich mich über Gloggnitz zu fahren. Einen kurzen Halt legte ich nach der berühmten Eisenbahnbrücke in Reichenau ein. Etwas enttäuscht über die Entscheidung die Tour zu verändern, zeigte ich mich, als sich das als so toll bezeichnete Schloss Reichenfeld als unscheinbares Gebäude offenbarte.
Bis auf die unschmucke Beschriftung ließ zum einen nichts darauf deuten das dieses Gebäude ein Schloss sein soll. Zum anderen ging meine Definition mit dem was ein Schloss ausmacht, und zwar ein liebliches oder imposantes Äußeres, mit derer die das Gebäude als Schloss bezeichnen exorbitant weitauseinander.

Von Gloggnitz aus erklomm ich den Feistritzsattel mit seinen fast 1.300 Metern. War mir schon auf der Rax der Nebel bedrohlich nahe gekommen, war nun kaum mehr etwas zu sehen. In Schritttempo ging es auf der nassen Straße bergab. Nur ein erster Vorgeschmack auf das was noch kommen würde, wie sich später herausstellte. Denn oberhalb von Asplang, gab es auf der gut 5 Kilometer langen Straße kein Entkommen mehr. Zuvor hatte sich ja der Nebel auf der Hochebene bei Rattenegg noch gelichtet, so dass ein zügiges Vorrankommen keinerlei Probleme bereitete. Jetzt, wo Friedberg hinter mir lag ging es ins Eingemachte. Nur mit Müh und Not konnte ich erkennen, wo die schmale Straße anfing und endete. Ich kam ins Schwitzen. Meter um Meter kämpfte ich mich durch den undurchdringlichen Nebel. Ein kurzer Moment der Unachtsamkeit, und es wäre vorbeigewesen. Doch soweit kam es nie. Heilfroh, war ich als sich dann der Nebel wieder gelichtet hat und ich zügiger vorankam.
Über Stock und Stein, ging es nach Eisenstadt. Das Schloss Esterházy zog alle Blicke auf sich. Prachtvoll geschmückt und gut erhalten, lag es vor dem großen Schlosspark. Ich konnte mich kaum satt sah sehen, so viel bot dieses gewaltige Bauwerk doch her. Im Anschluss daran wanderte ich noch durch die Stadt.

Erst gegen Abend erreichte ich das heutige Etappen Ziel, die Stadt Rust. Rust kann sich mit einer vollständig erhaltenen Altstadt brüsten, die unter Denkmalschutz steht. Daneben sind es auch die Störche, die auf den Dächern brüten, die meine Aufmerksamkeit auf sich gezogen haben. Völlig gelassen, sahen sie den Menschen bei ihrem Handeln und Wandeln zu. Hin und wieder, drehten sie ihre Körper in eine andere Richtung, um jemand anderen bei seinem Tun zu zusehen. Ich war gerade dabei ein Foto zu schießen, als sich plötzlich einer der Störche dazu entschied aufzubrechen. Er brauste dicht über meinen Kopf hinweg.

Für diesen Tag hatte ich reichlich gesehen und getan. Ich machte mich also auf mein Zelt am nächst gelegenen Campingplatz aufzuschlagen. Ich blieb am abgelegenen Camping(platz) Oggau und zahlte 14 Euro für die Nacht. Ruhig wurde die Nacht wirklich nicht. Jedoch nicht, wegen dem Flugverkehr, oder einer angrenzenden Straße, sondern wegen den hier brütenden Tieren. Die Jungtiere, begannen von 23 Uhr weg, nach ihrer Mutter zu schreien. Ich hatte zwar Ohrstöpsel mit, konnte die aber wegen der Dunkelheit und des erneut aufkommenden Regens nicht finden. Bis 5 Uhr früh, dämmte ich so vor mich hin. Einmal wach, einmal im Schlaf. Erst kurz vor 5 Uhr kam die Mutter und ein Tier nach dem anderen hörte mit dem Schreien auf. Ich atmete auf und war keine Sekunde später auch schon eingeschlafen...

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