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Austria Classic Tour - Etappe 4

 

Kurzinfo:

Etappe 4: Zell am See-Imst
Länge: 328,9km
Streckenverlauf: Zell am See, Mittersill, Staller Sattel, Jaufenpass, Timmelsjoch, Imst

 

Vom Campingplatz aus machte ich noch einen kurzen Abstecher zum McDonald's und seinem kostenlosen WLAN, um noch meinen letzten Etappenbericht online zu stellen. Um kurz vor 8 Uhr ging es dann aber endgültig los.
Von Zell am See bis Mittersill regnete es leicht. Ab Mittersill dann hörte der Regen zwar auf, aber es begann hier der Nebel.
Wie gut, das ich mit einem Auto und nicht mit dem Fahrrad unterwegs war, so konnte ich mir schon mal die kalten Füße ersparen. Außerdem musste ich dadurch nicht selbst die Kraft aufwenden, um vorwärts zu kommen. Das tat zum Glück "jemand" anderes und das mit verdammt viel Biss, um es mal so zu nennen.

Den ersten Pass am heutigen Tag überwand ich auf der mautpflichtigen Felbertauernstraße. 10€ leichter, dafür aber mit einigen tollen Bildern schwerer, lag der Pass schon bald hinter mir.

Durch das Tauerntal gelangte ich immer näher an das Nachbarland Italien.

Nur noch der Staller Sattel trennte mich am Ende von diesem. Von weiten konnte ich schon einen Blick auf das erhaschen was mir entgegen kam.

Tja, und dann war es auch schon wieder so weit. Die Straße stieg an, begann sich um den Berg zu schmiegen. Kehre um Kehre, die es zu bewältigen galt. Nach einiger Zeit war auch der letzte große Hügel bezwungen und ich konnte schon in die Richtung blicken, wo der Pass als überwunden galt.

An dem Bergsee der noch zu Österreich gehörte, hielt ich zur Rast an. Ich öffnete die Tür und mir schwappte eine kalte Luft entgegen. Ich zog mir den Pullover an und ging einpaar Minuten spazieren.
Der See lag irgendwie ganz friedlich da, umgeben von der zerklüfteten Landschaft.

Bevor ich über den Staller Sattel hinunter und durch Italien fahren konnte musste ich eines: Ich musste warten. Die Abfahrt auf der einspurigen Straße war nur für 15 Minuten möglich, die restlichen 45 waren für die Fahrt vom Tal auf den Pass gesperrt. Dass das so ist, hatte ich scheinbar bei der Fahrt auf den Pass überlesen. Ich wollte also nach meinen Fotos weiterfahren. Die rote Ampel hat mich dann aber doch dazu bewogen nicht weiterzufahren, sondern lieber die Information auf dem großen Schild zu lesen.
Ein Italiener war nicht so schlau und fuhr einfach los. Keine 5 Minuten später ist er dann wieder zurückgekommen. Tja, lesen zahlt sich halt doch noch aus.
Als Zweiter bin ich dann nach 40 Minuten warten abgefahren. Nicht so lustig fand ich es das ein alter Deutscher vor mir herum geschwächelt hat. Das es in Deutschland keine Berge gibt und ihnen daher die Erfahrung beim Fahren auf Bergstraßen fehlt war nachvollziehbar, aber ärgerlich. Aber nicht nur hier, sondern auch bei anderen Pässen, war es nervig hinter einem Deutschen herzufahren. Was war daran nervig? Alles! Ich wäre mit 50km/h schneller den Berg runter gerollt, hätte 86% weniger gebremst und damit viel mehr Spaß gehabt. Am Staller Sattel konnte ich den Deutschen leider erst im Tal überholen, was mich (angenervt) dazu bewogen hat kurzzeitig um stolze 40km/h die Italienische Geschwindigkeitsbegrenzung -von 90km/h Außerorts- zu überschreiten.

Auf dem Weg durch Italien war der nächste Pass mit seinen 2094 Metern über dem Meeresspiegel der Jaufenpass. Wie schon beim letzten Pass war das Panorama ein unvergleichliches. Der große Unterschied zwischen dem Staller Sattel und dem Jaufenpass war, das die Straße über den Staller Sattel zwischen einem Gebirge an dessen tiefster Stelle durchführte, beim Jaufenpass über einen freistehende Gebirgsausläufer.

Bevor ich nach dem vielen auf und ab endlich wieder in Österreich sein würde, galt es noch das Timmelsjoch zu überwinden.
Zuvor allerdings kam ich noch so richtig ins Schwitzen. Von San Leonardo nach Mosa in Passiria führte mich mein Navigationsgerät nicht über die SS44 das Passeiertal entlang und damit auf einer gemütlichen Strecke Richtung letzter Herausforderung, sondern über eine Nebenstraße nach Plata.
Als kurze Information: Das Passeiertal ist umgeben von hohen, steilen Bergen.
Mein Weg führte mich auf einer einspurigen, asphaltierten Straße über etliche Kehren ganz weit hinauf auf die Berge. Fallweise waren ich und der Abgrund durch Leitplanken voneinander getrennt, an vielen Stellen hingegen konnte man gerade hinab in den Abgrund fallen. Das knifflige an dieser Strecke war das sie einspurig war und die Ausweichmöglichkeiten nicht immer dazu einluden sie auch zu nutzen. Während man sich bei allen anderen Straßen stets auf sich selbst und die Straße konzentrieren konnte, musste man nun den Zufallsmoment: "Die Anderen" mit einplanen. Das Eine darf als Spaß bezeichnet werden, das Andere hingegen als schweißtreibende Arbeit.
Ich weiß noch wie mir plötzlich jemand entgegen gekommen ist. "Zwei Autos passen hier nicht vorbei", hat es sofort in meinem Kopf wiedergehallt. Da ich erst vor kurzem eine Ausweichmöglichkeit hinter mir hatte, hieß es zurück und ihn vorbei lassen. Gerade das zurücksetzten war anstrengend, denn: Ein Stück zu weit nachhinten und es heißt "Tschüss"…

Jemand mit schwachen Nerven sollte so eine Strecke lieber meiden.

Eine längere Verschnaufpause später ging es dann wieder auf eine Strecke, bei der es nicht um Arbeit, sondern um Spaß an der Herausforderung ging. Das Timmelsjoch, war diese ultimative Herausforderung. Während es bei allen anderen Pässen recht gemütlich dahin gegangen ist, war das hier nicht mehr der Fall. Statt den Autofahrer vor einer einzigen kommenden Kehrer zu wahnen, zeigte das Warnschilder gleich fünf folgende Kehren an. Am Ende war mir fast ein wenig schwindlig.

Wenigstens zeigte sich die Natur und die Bauherren bei der Abfahrt gnädiger und ließen mich auf nur wenigen Kurven und vielen geradabfallenden Teilstücken hinunter ins die Tiefe rauschen.

Einen kurzen Zwischenstopp auf dem Weg in Tal legte ich noch ein, um Fotos zu schießen.
Eine einsame Hütte trotzte standhaft allen Widrichkeiten. Im Gegensatz zu einem übergroßen, aber nutzlosen Gebäude in Heiligenblut, erfüllte diese Hütte wenigstens einen sehr nützlichen Zweck. Ein Foto schien daher fast schon an der Pflicht zu sein.

Nach einer sehr langen Fahrt, über mehrere spektakuläre Pässe, war ich doch sehr froh als ich endlich in Imst ankam.
Für günstige 10€, inklusive gratis WLAN-Zugang, schlug ich mein Zelt für heute am "Int. Camping am Schwimmbad" auf.
Für heute ließ ich es hier gut sein …

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