Glosse

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Glosse: „(K)ein Herz für Fahrräder“

 

Fahrräder haben es schwer! Geduldig müssen sie draußen warten, bis ihr Besitzer aus dem Geschäft, der Arbeit oder Schule zurückkehrt. Und manch ein Besitzer ist „nur mal eben kurz Zigaretten holen gehen“ und war danach nie mehr wiedergesehen. Verwahrlost stehen die Räder im Regen und im Schnee. Was muss sich da das Fahrrad freuen, wenn nach der ewig langen Wartezeit, endlich ein barmherziger Mensch daher geschlichen kommt, und es mitnehmen will. Während sich in der Vergangenheit Fahrräder nun über eine bessere Obhut freuen durften, müssen die Drahtesel zunehmend zittern und bangen: Denn 2020 ging die Anzahl an Fahrraddiebstählen in Österreich zum sechsten Mal in Folge zurück, und dank der Polizei wurden etliche Fahrräder wieder zurück an ihre alten Besitzer gebracht.

Durch die Forderungen des Verkehrsclub Österreich nach sicheren Abstellplätzen werden die „gutherzigen Samariter“ zunehmend abgeschreckt; dabei haben es Fahrräder neben den ganzen E-Scootern und Co. ohnehin schon schwer, gerettet zu werden. Da bleibt für die Drahtesel im Land nur zu hoffen, dass zumindest der Vorbesitzer ein Herz gezeigt hat und dem Fahrrad mit einem billigen Schloss zur Flucht verhilft.

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