Neuseeland

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Im Regenwald, aber nicht immer!

 

Ich ließ Otago hinter mir, um an die Westküste zu gelangen. Je näher ich dem Haastpass kam, umso stärker begann die Natur das raue Bild in ein sanftes zu wandeln. Gleichsam den Bäumen, die immer weiter an den Bergen hochkletterten,

begann das Moos, die Felsen zu überwuchern.

Und kaum, dass ich die Brücke über den Haastriver überwunden hatte,

war ich schon selbst umschlungen von den immergrünen Regenwäldern.

Dass der Name Regenwald nicht von ungefähr kommt, sondern dass er seinen Namen zurecht trägt, merkte ich bereits, als ich durch den Wald hinunter an den Haastriver spazierte. Wasser tropfte von den nassen Bäumen auf mich herab. Während der Haastriver gemütlich dahin ronn,

stürzte sich unweit von mir ein Wasserfall hinab in die Tiefe.

Ich folgte dem Haastriver und kam endlich wieder zurück ans Meer. Nicht weit von Haast am Ship Creek oder Tauparikaka, wie es die Maori nennen, ließ ich mich nieder. Um die Gegend hier besser kennenzulernen, folgte ich einem der ausgeschilderten Wege hinein in den tiefen, unberührten Regenwald. Entlang eines kleinen Flusses gelangte ich

immer tiefer in das Herz des Regenwaldes.

Bald schon war es nur noch der Weg, der mich von der Natur trennte.

Vorbei an Dinosaurier-Bäumen gelangte ich zurück zum Camp.

Auf meinem Weg, der mich nun an den Strand und das Meer führen sollte, erblickte ich einen Regenbogen über dem Camp.

Ich kletterte über eine Sanddüne

und dann konnte ich es endlich wieder erblicken: Das Meer.

Die Zeit verging rasend schnell. Der Abend brach an

und die Sonne begann unterzugehen.

Das erste Mal in Neuseeland erlebte ich einen Sonnenuntergang im Meer. In ihrem orangen Schleier entschwand die Sonne.

Da ich für den nächsten Morgen viel vorhatte, begann ich meinen neuen Tag, noch bevor die Sonne daran dachte, die vielen funkelnd hellen Sterne auszuknipsen. Auf meinem Weg zu den Gletschern passierte ich den Knights Point und hier erlebte ich voller Erstaunen etwas, was ich für unmöglich hielt: Ich erlebte das erste und einzige Mal an der Westküste einen Sonnenaufgang.

Durch die nebeligen Wälder, die die Sonne erhellte,

vorbei an einem See,

gelangte ich an den ersten Gletscher. Der Fox Gletscher lag fast zum Greifen nah. Einfach atemberaubend.

Doch nicht so atemberaubend wie der Franz Josef Gletscher.

Vor allem am Peters Pool war der Blick auf den Gletscher ein unvergesslicher.

Da auch der heutige Tag schon wieder zu Ende ging, schlug ich mein Nachtlager für heute am Lake Matheson auf. Bei schönem Wetter soll der Blick auf die zwei Könige der südlichen Alpen, welche sich in jenem See widerspiegeln, ein imposanter sein. Leider hatte ich nicht das Glück. Als Ausgleich dafür zeigten sich die beiden Könige Mount Cook und Tasman versöhnlich, als die Sonne ihre weißen Gipfel rot erstrahlen ließ.

Vorbei an Hokitika

und seinem Strand,

an dem ich ein Schiff besichtigen konnte,

gelangte ich nach Greymouth.

Typisch für die Westküste ist der viele Regen. Kommt einmal eine Wolke, nun, dann regnet es sich voll aus. So konnte ich in meiner Zeit in Greymouth außer der schönen Stadt und den zwei Seiten des Greyrivers nur wenig erkunden. Doch die Zeit zur Ruhe war auch angenehm, denn einen Tag später ging meine Reise nach Kaikoura,

über den Arthurs Pass und den Lewis Pass zurück, auch schon los. Meine Tour startete im leichten Regen. Vorbei am Lake Brunner,

wo ich auf den Spuren meines eigenen Romans wandelte,

gelangte ich auf den Arthurs Pass,

wo ich Bekanntschaft mit den frechen Keas machte.

Ich fuhr an Steinen vorbei, die aussahen, als wären sie Ruinen einer alten Stadt,

und kam am Abend in Christchurch an. Von dort aus fuhr ich am nächsten Morgen

nach Kaikoura weiter.

An einem strahlend blauen Tag erreichte ich die Stadt, die bekannt war für die Wale, die man hier beobachten konnte. Am nächsten Tag, der ebenso strahlend wurde wie der gestrige, fuhr ich auf einem Schiff hinaus auf das Meer.

Bald schon konnte ich den ersten Wal erspähen. Ein großartiges Tier, das umkreist wurde von Albatrossen.

Bevor der Wal wieder abtauchte, streckte er uns seine Flosse entgegen.

Ein zweiter Wal schien unsere Gegenwart zu meiden und verschwand recht schnell wieder. Doch meinem Fotoapparat entging er nicht.

Nach einer dreistündigen Fahrt ging es dann wieder zurückan Land. Mein Ausflug nach Kaikoura ging zu Ende und so hieß es am nächsten Morgen: "Auf Wiedersehen Kaikoura!" Über den Lewis Pass

erreichte ich nach 6 Stunden Fahrt die Westküste und Greymouth.

 

Bevor ich nun nach zehn Tagen an der Westküste in die nächste Region der Südinsel weiterziehen würde, gab es noch eine Stadt, die es anzusehen galt. Eine 100 Kilometer lange Sackgasse, die sich von Westport

Richtung Norden und zum Ende hin an steilen Berghängen entlang schlängelte.

Karamea.

Die Besonderheit an diesem touristischen Niemandsland waren die Oparara Arches: Mehrere Kalksteinhöhlen, die durch das Wasser entstanden sind. Zu diesen freizugänglichen Höhlen zählen die großen und imposanten Oparara

und Moria Gate Arch,

sowie die beiden kleinen Box Canyon

und Crazy Paving Chave.

Nach diesem überaus gelungenen Abstecher hieß es dann doch: „Lebwohl Westküste!“

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