Sportberichte

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Graz - Wien (Etappe 2)

 

Kurzinfo:

Graz - Wien (Etappe 2)
Streckenlänge: 118km
Streckenverlauf: Semmering, (Schwarzatal-Radweg): Neukirchen, Lanzenkirchen, (Eurovelo 9): Wiener Neustadt, (Eurovelo 9a): Tattendorf, Himberg bei Wien, Wien
Streckenbeschaffenheit: Asphalt, Schotter
Streckenprofil: leicht
Höhendifferenz: 133 m ↑ / 864 m ↓

Strecke (zum Herunterladen): Semmering-Wien (.gpx)

 

Erfahrungsbericht:

Rasant ging es auf der Abfahrt vom Pass hinunter ins Tal dahin. 65km/h Spitze, alles kein Problem, auch wenn einige Stellen zu unverhofften Bremsmanövern zwingen. So gibt es immer wieder kurze Teilstücke an denen der Asphalt regelrecht von der Strecke bröckelt. Vor der Abzweigung nach Aue wird es dann noch einmal ganz eng. Der blanke Fels kommt immer näher und bildet eine natürliche Engstelle.
Bis Goggnitz geht es fast nur bergab. Nur bei Aue trübt die Überwindung von 40 Höhenmetern die sonst so ungebremste Talfahrt. Wenig später folgt auch schon das nächste Hindernis: Der Kreisverkehr an der Ortseinfahrt von Goggnitz. Hier gibt es nur Ein: Gerade drüber (die Bundesstraße weiter) oder abbiegen (zum Stadtkern).
Auf dem Weg hinunter zum Bahnhof, darf man sich zumindest zeitweise über einen vorhandenen Radweg freuen, der dann jedoch abrupt an der Hauptstraße endet.

Ab dem Bahnhof geht es auf dem Schwarzatal-Radweg die Schwarza entlang. In Ternitz, muss man dann auf Grund eines Werksgeländes kurz den Lauf des Flusses verlassen. Bevor es wieder zurückgeht, gilt es noch die Werksstraße zu überwinden. Wenig später folgt dann die Überquerung der Hauptstraße. Zuvor nimmt einem jedoch auf dem schmalen Radweg noch das Ternitzer Stadion in der Kurve den Blick auf einen möglicherweise entgegenkommenden Radfahrer. Zu knapp sollte man nicht an der Betonwand entlang fahren, sonst besteht die Gefahr an einer der Straßenlaternen hängen zu bleiben.
Nach der Hauptstraßenquerung geht es auf dem Radweg entlang eines für diese Region typischen Waldes, ehe man auch schon in Neukirchen ist.
Offiziell läuft der Schwarzatal-Radweg nach Loipersbach und an der Autobahn nach Norden, das kann aber vernachlässigt werden. Da es bis Lanzenkirchen sowieso keinen Radweg mehr gibt, erspart man sich durch die Stadtmitte und über die Landesstraße einen unnötigen Umweg.

Nach gut einer Stunde Fahrt, hab ich mich am Hauptplatz auf ein nettes Bankerl gesetzt. Hier hat es mir gefallen. Ganz in der Ruhe hab ich etwas gegessen und die angenehme Atmosphäre genossen.

Weiter ging es auf der Landesstraße 140, der ich bis Katzelsberg gefolgt bin. Es gab zwar unterwegs in Lanzenkirchen die Möglichkeit bereits auf den Eurovelo 9 umzusteigen, allerdings war es mir zu blöd, statt in einer geraden Linie, in einem zickzack Kurs weiterzufahren. Erst am Ortsende von Katzelsberg, als der Radweg auf die kleine Straße mit dem großen Namen: „Hauptstraße“ abbog, stieg ich auf den Radweg um. Auf der kleinen Straße führte der Radweg durch das für diese Region so markante Landschaftsbild.

Etwas verwirrend wird es einige Kilometer später an der Pottschinger Straße. Die Beschilderung ist hier nicht klar genug. Ein Problem ist auch, dass es laut Beschilderung möglich ist sowohl über Wiener Neustadt, als auch über Neudörfl nach Wien zu fahren. Am besten und kürzesten ist es wenn man die Straße quert und einfach Richtung Norden weiterfährt. Am Rande von Wiener Neustadt fährt man vorbei an einer neu angelegten Wohnsiedlung, die von Ackerland umgeben ist.

Der Eurovelo 9 folgt dem Verlauf des Wiener Neustädter Kanals. Für knapp 15 Kilometer geht es durch die Landschaft. Am Ortsende von Wiener Neustadt liegt der kleine Flugplatz, die Landebahn hat eine Ost-West Ausrichtung. Flugzeugen kann man so vom Radweg aus beim Landen oder Starten zu sehen.
Unterwegs kommt man auch an einigen Stellen vorbei an denen emsig Sand und Schotter abgebaut wird. Als bald gibt es ein kurzes Teilstück, das vom österreichischen Bundesheer für sich beansprucht wird. Neben der Straße liegen einige Panzersperren. Nicht beirren lassen sollte man sich zum einen von der Radwegs-Beschilderung, die nach Richtung Sollenau zeigt und zum anderen von der Schranke die den Weg zu einer Kaserne versperrt. Der Radweg führt weiterhin am Wiener Neustädter Kanal entlang nach Norden.

Erst an der Landesstraße 4038 gilt es dann nach Schönau abzubiegen. Die Straße führt an mehreren Teichen vorbei, die zu einer Rast einladen.
Offiziell zweigt vom Eurovelo 9, welcher direkt nach Wien-Meidling führt, der Eurovelo 9a erst einen Kilometer später ab. Diese Streckenführung ist jedoch mehr als unverständlich, da die Landesstraße 4038, durch zwei große Betonblöcke ohnehin für den Kfz-Verkehr gesperrt worden ist.

Von Schönau geht es auf dem Eurovelo 9a dem Verlauf der Triesting entlang.

Triesting, der kleine Fluss, ist eingebettet in eine idyllische Landschaft. Man fährt vorbei an kleinen, verschlafenen Ortschaften. Doch so ruhig und friedlich die Natur hier ist, so hektisch und chaotisch geht es wenig später in Schwechat zu. Im Minuten Takt brausen Flugzeuge dicht über einem hinweg. Die Straßen sind vollgestopft mit Autos. Es bleibt einem die Luft zum Atmen weg und man realisiert, dass bereits hier ganz andere Maßstäbe regieren. Und doch: Kaum liegt das Zentrum hinter einem, wird es schlagartig ruhiger.

Meine Tour hat mich über die Hafenzufahrtsstraße auf das Donaukraftwerk geführt. Vom Kraftwerk Freudenau genießt man einen tollen Blick auf die Hauptstadt. Ab und zu sieht man Schiffe unter sich durch die Schiffsschleuse fahren. Das Kraftwerk ist eine der Verbindungen zwischen dem Festland und der Donauinsel.
Viele Wege durchsetzen die bewaldete Insel, so dass es fast schon ewig durch eine fast unberührte Natur zu gehen scheint. Erst wenn mal wieder eine Brücke hinter dem Dickicht auftaucht, merkt man, dass es nicht mehr weit sein kann, bis man endlich die Innenstadt der Metropole erreicht hat.

Fazit:

Die Fahrt vom Semmering nach Wien ist eine sehr einfache Tour. Es geht vorwiegend bergab. Nur wenige, kurze Steigungen sind zu überwinden. Die Fahrt führt auf verkehrsarmen Straßen, ganz gemütlich, entlang von Flüssen und durch das für diese Region typische Ackerland.
Bis auf den Eurovelo 9 und Eurovelo 9a ist die Radwegs-Beschilderung unzureichend. Eine eigene Navigation ist daher sehr empfehlenswert!

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